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2020 - Ein Überblick über die ersten 8 Monate als Klimaschutzmanagerin in Wentorf und ein Ausblick für 2021

Nun also, wie sich das gehört- ein Jahresrückblick. Für die (Stadt)Chroniken sei gesagt, dass das Jahr 2020 im Zeichen DER Pandemie stand und jeder sicherlich in dieser Hinsicht auf seine eigenen Geschichten, Erfahrungen, Entbehrungen und Erkenntnisse zurückgreifen kann. Nach einer ausnehmend ruhigen ersten Jahreshälfte, ergeben sich meine Erfahrungen aus dem Antritt einer neuen Stelle mit neuen Inhalten.

Denn- das sei an dieser Stelle erwähnt, das Berufsbild des kommunalen Klimaschutzmanagements gibt es erst seit ein paar Jahren, und in der Form in der ich hier in Wentorf tätig bin erst seit Ende 2019. Zwar definiert die Neue Kommunalrichtlinie von der Nationalen Klimaschutzinitiative des BMU mit einem ziemlich straffen Zeitplan die umfassenden Aufgaben, die das Klimaschutzmanagement in den 24 Monaten der Förderungsdauer umsetzen soll. Jedoch sind die Strukturen in jedem Amt, jeder Verwaltung und Gemeinde andere, und die finanzielle Ausstattung schwankt ebenfalls stark. Somit ist die Übertragbarkeit der Arbeitswirklichkeit zwischen Klimaschutzmanagement-Stellen nur begrenzt möglich. Das Vertraut machen mit einer neuen Arbeitsumwelt und dem wirklich weiten (Aktivitäts-) Feld des kommunalen Klimaschutzmanagements wurde in meinem Fall, und zahlreiche Telefonate haben gezeigt auch für andere Neulinge, durch Corona sicherlich erschwert und verlangsamt. Persönliche Fortbildungen und Netzwerktreffen sind ausgefallen, ebenso etablierte lokale Veranstaltungen die es erlaubt hätten, sich den Wentorfer Bürger:innen vorzustellen und mit Ihnen ins Gespräch zu kommen. Nichtsdestotrotz war es für mich beruflich gesehen ein toller und erfahrungsreicher Anfang im neuen Aufgabenfeld.

Was ist 2020 passiert?
Kooperationen konnten initiiert werden:

    • Mit der Steuerungsgruppe der FAIRTADE-Gemeinde wurde die zweite Teilnahme am STADTRADELN im Jahr 2020 unter das Zeichen des FAIRTRADE-Engagements gesetzt.

      Fairtrade_Stadtradeln

Vorstellung der Aktion STADTRADELN trifft FAIRTRADE im August 2020.

    • Mit einem Statement für den lokalen Einzelhandel wurde mit den Klimaschutzmanagerinnen aus Glinde und Reinbek die Kooperation des Mittelzentrums gestartet.

Statement Klimaschutzmanagerinnen

Statement der Klimaschutzmanagerinnen des Mittelzentrums für die Aktion „Hier leb‘ ich, hier kauf‘ ich“ des Glinder Mark (07.11.2020)

    • Gemeinsam mit dem Mittelzentrum wurde die Kooperation mit der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein aufgenommen, damit auch unter den Pandemie-Einschränkungen möglichst viele Bürger:innen von den geförderten und größtenteils kostenlosen Informationsangeboten der VZ profitieren. Eine erste Onlineseminar-Reihe zum Thema Heizung & Sanierung wurde in Zusammenarbeit mit anderen Klimaschutzmanager:innen erfolgreich durchgeführt.
    • Die engagierten Ehrenamtlichen von Wentorf gestalten! wurden bei der Umsetzung des essbaren Casinoparks unterstützt und begleitet.

Essbarer Casinopark

Bürgermeister und Betriebshofleitung folgen der Vision von Wentorf gestalten! Alles essbar: da, da und da.

Anträge wurden vom Planungs- und Umweltausschuss (PUA)/Gemeindevertretung (GV) beschlossen:

    • Im August wurde dem Antrag der Klimaschutzmanagerin zur Teilnahme an der Europäischen Mobilitätswoche 2021 zugestimmt. Ziel dieser europäischen Initiative ist es, gemeinsam über die nachhaltige Mobilität der Zukunft zu diskutieren und Ideen für eine Verbesserung der Ist-Situation auszuwerten. Im Anschluss an die Zustimmung wurde eine Arbeitsgruppe aus Politik, Verwaltung, Einzelhandel und Beiräten gegründet, welche die Teilnahme im September 2021 vorbereiten wird. Eine Öffentlichkeitsbeteiligung zur Verkehrssituation auf der Hauptstraße wurde für den Dezember 2020 initiiert.

Mobilitätswoche

Schnurrt wie ein Kätzchen: die Planung für die Mobilitätswoche 2021.

    • Im Dezember wurde der Antrag zum Beitritt ins Klima-Bündnis vom PUA und danach der GV mit großer Mehrheit beschlossen. Damit erklärt Wentorf, dass die Emissionen auf 2,5 Tonnen CO2-Äquivalente pro Einwohner:in und Jahr gesenkt werden sollen, und das gemeinsam mit den besonders vom Klimawandel betroffenen indigenen Völkern Klimagerechtigkeit angestrebt wird. Ein schönes und wichtiges Signal und ein Bekenntnis der Gemeinde für mehr Klimaschutz, auch und gerade unter den aktuellen Umständen.

Klima-Bündnis

Und was war noch?

    • Das Consulting-Büro Our common Future (OCFC) konnte, nach den Anforderungen der Neuen Kommunalrichtlinie, zur Unterstützung des Klimaschutzmanagements bei der Erstellung des Integrierten Klimaschutzkonzeptes gewonnen werden.
    • In enger Zusammenarbeit mit dem ewerk Sachsenwald, den Kollegen und Kolleginnen im Rathaus und der Zuarbeit des Bezirksschornsteinfegers konnte die Energiebilanz der Gemeinde Wentorf für Strom und Wärme erstellt werden. Auf dieser Basis wird Anfang 2021 von OCFC die Treibhausgas-Bilanz berechnet.
    • Im Dezember wurden mit OCFC das Rathaus sowie die Gemeinschaftsschule im Rahmen einer Energetischen Liegenschaftsbegehung besichtigt. Diese werden die ersten kommunalen Gebäude für das interne Energiekataster, auf dessen Basis Energie-Einsparmaßnahmen und Potenziale zur energetische Sanierung und –Optimierung abgeleitet werden.
    • Das STADTRADELN 2020 konnte für die Gemeinde zum zweiten Mal erfolgreich durchgeführt werden. Die federführende Organisation durch das Klimaschutzmanagement beinhaltete das Design von Flyern und Postern, deren Verteilung, die Aufstellung von Plakaten und das Anbringen von Bannern. Zwei Radtouren wurden organisiert und durchgeführt, wobei die Höhepunkte sicherlich die Kul-Tour mit dem Besuch des Woods Art Institutes war sowie das Siegerfoto des Fotowettbewerbs „Schönste Ecke“ welches als kostenlose Postkarte im Rathaus ausliegt. Alles in allem war das STADTRADELN ein hervorragender Rahmen, um mit den Wentorfer:innen in Kontakt zu kommen.

Ergebnis Stadtradeln

Thorsten & Nele Scholz

Das STADTRADELN-Siegerfoto von Thorsten und Nele Scholz, aufgenommen am Wentorfer Golfplatz.

Was ist für 2021 geplant?

Die bestehenden Kooperationen sollen erweitert und intensiviert werden. So sind verschiedene Anknüpfungspunkte mit der Klimaschutzinitiative Sachsenwald denkbar, zu der bereits ein enger Kontakt besteht- die von der KIS initiierten Repair Cafés könnten beispielsweise auf Wentorf ausgeweitet werden. Auch die in der Gründung befindliche Ortsgruppe des ADFC kann ein wichtiger Ansprechpartner werden, um den Radverkehr in Wentorf voranzubringen und insbesondere während dem STADTRADELN mehr Fahrradtouren anzubieten. Diese und weitere Aktivitäten werden voraussichtlich auch in 2021 noch von den Maßnahmen rund um die Pandemie-Bekämpfung beeinflusst werden.

Das heißt „neue“ mehrheitlich digitale Möglichkeiten müssen genützt werden um den Kontakt und den Austausch mit der Wentorfer Bevölkerung zu suchen- Themen gibt es genügend:

    • Die Vorstellung der Wentorfer Energie- und CO2-Bilanz, sowie die denkbaren Szenarien zur zukünftigen Emissionsentwicklung.
    • Die Zielfestlegung- wie viele Emissionen will die Gemeinde Wentorf bis 2030 einsparen?
    • Davon ableitend: welche Maßnahmen zur Emissionsreduktion und –Vermeidung werden identifiziert und durch die Öffentlichkeit und Politik priorisiert?
    • Die oben genannten Punkte systematisch aufbereitet und dargestellt im „Integrierten Klimaschutzkonzept für Wentorf bei Hamburg“.
    • STADTRADELN 2021 mit mehr Teilnehmern und mehr Angeboten.
    • Die Arbeitsgruppe zur Durchführung der Europäischen Mobilitätswoche vom 16. bis 21. September 2021- welche Mobilität wollen wir in Zukunft in Wentorf? Wieviel Nachhaltigkeit, soziale und Generationen übergreifende Gerechtigkeit können und wollen wir im Bereich Verkehr und Mobilität?
    • Eine intensivierte Zusammenarbeit mit den Klimaschutzmanger:innen der umliegenden Gemeinden, insbesondere im Mittelzentrum.

Stadtradeln

Außerdem wird 2021 der nachhaltige Feuerwehrneubau in Holzbauweise ein großes Thema sein. Schließlich kann Wentorf hier ein Leuchtturmprojekt in Norddeutschland auf den Weg bringen, mit welchem innovative Ideen ausprobiert werden und das hoffentlich auch viel Rückenwind für private Investitionen in Klimaschutzmaßnahmen bringen wird- sei es die regenerative Strom- oder Wärmeerzeugung, das nachhaltige und umweltfreundliche Bauen oder die Anpassung an zu erwartende Wetterextreme.

Ich freue mich auf ein ereignisreiches und für die (Wentorfer)-Klimaschutzbemühungen wegweisendes Jahr. Ich hoffe, auch Sie haben allen Grund zur Zuversicht.

Förderung

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