Pressemitteilung - Brand in Geflüchtetenunterkunft - Gemeinde Wentorf bei Hamburg dankt Einsatzkräften und Helfenden
Alle 31 Bewohnenden unverletzt – Schnelle Unterbringung sichergestellt – Gemeinde bittet um Geldspenden und würdigt große Hilfsbereitschaft
Der Brand in der Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete im Südring am gestrigen Donnerstag (29. Oktober 2026) hat die Gemeinde Wentorf bei Hamburg tief bewegt. Trotz der dramatischen Ereignisse gibt es eine besonders wichtige Nachricht: Alle 31 Bewohnenden blieben unverletzt. Noch am Tag des Brandes gelang es, sämtliche Betroffenen in Notunterkünften unterzubringen. Möglich wurde dies durch das engagierte und schnelle Handeln der Wentorfer Gemeindeverwaltung sowie die umfangreiche Unterstützung der Nachbarkommunen und der Kreisverwaltung.
Mehr als 160 Einsatzkräfte verhindern Schlimmeres
Mehr als 160 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Deutschem Roten Kreuz (DRK) und Technischem Hilfswerk (THW) waren im Einsatz, um den Brand zu bekämpfen, die Betroffenen zu versorgen und eine weitere Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Ihrem entschlossenen und professionellen Handeln ist es zu verdanken, dass die Flammen nicht auf benachbarte Gebäude übergriffen.
„Was die Einsatzkräfte gestern geleistet haben, verdient unseren größten Respekt und unsere aufrichtige Dankbarkeit. Mehr als 160 Menschen haben mit ihrem Einsatz dazu beigetragen, dass aus diesem schrecklichen Brand keine noch größere Katastrophe geworden ist. Ihnen allen möchte ich persönlich danken“, erklärt Kathrin Schöning, die Bürgermeisterin der Gemeinde Wentorf bei Hamburg.
Ihr Dank gilt ebenso den Mitarbeitenden der Gemeindeverwaltung, den Verantwortlichen der Nachbarkommunen und der Kreisverwaltung sowie allen weiteren Beteiligten, die innerhalb kürzester Zeit eine sichere Unterbringung der 31 Betroffenen ermöglicht haben.
„Gerade in einer solchen Ausnahmesituation zeigt sich, was eine funktionierende Gemeinschaft ausmacht. Menschen übernehmen Verantwortung, helfen einander und finden gemeinsam Lösungen. Das ist alles andere als selbstverständlich.“
Große Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung
Bereits kurz nach Bekanntwerden des Brandes erreichten das Wentorfer Rathaus zahlreiche Hilfsangebote aus der Bevölkerung. Bürgerinnen und Bürger boten spontan ihre Unterstützung an und zeigten große Anteilnahme am Schicksal der Menschen, die durch das Feuer ihre Unterkunft und viele persönliche Gegenstände verloren haben.
Die Gemeinde ist von dieser Hilfsbereitschaft beeindruckt und dankt allen, die Unterstützung angeboten haben.
Damit die Hilfe dort ankommt, wo sie tatsächlich benötigt wird, müssen die Angebote nun zunächst gesammelt und koordiniert werden. Die Verwaltung arbeitet daran, die konkreten Bedarfe der Betroffenen zu ermitteln und die eingegangenen Angebote entsprechend zuzuordnen.
Gemeinde bittet um Geldspenden – Sachspenden derzeit nicht benötigt
Wer die vom Brand betroffenen Menschen unterstützen möchte, kann dies ab sofort mit einer Geldspende tun. Geldspenden ermöglichen eine flexible und bedarfsgerechte Hilfe, da notwendige Anschaffungen und Unterstützungsleistungen gezielt auf die individuelle Situation der Betroffenen abgestimmt werden können.
Die Gemeinde Wentorf bei Hamburg hat hierfür folgendes Spendenkonto eingerichtet:
Kontoinhaber: Gemeinde Wentorf bei Hamburg
IBAN: DE03 2005 0550 1394 1218 08
BIC: HASPDEHHXXX
Verwendungszweck: Nothilfe Brand Südring
Die eingehenden Spenden sind für die Unterstützung der vom Brand betroffenen Menschen vorgesehen.
Von Sachspenden bittet die Gemeinde hingegen zunächst abzusehen. Der konkrete Bedarf an Kleidung, Möbeln, Haushaltsgegenständen und anderen Dingen muss zunächst ermittelt und die Verteilung organisiert werden. Unkoordinierte Sachspenden würden in der aktuellen Situation zusätzliche Lager- und Organisationskapazitäten binden.
Sollten zu einem späteren Zeitpunkt bestimmte Sachspenden benötigt werden, wird die Gemeinde gezielt darüber informieren.
Ersatzbau muss veränderten Anforderungen an die Unterbringung gerecht werden
Die Gemeinschaftsunterkunft im Südring wurde durch das Feuer so schwer beschädigt, dass sie nicht mehr bewohnbar ist und abgerissen werden muss. Neben der kurzfristigen Versorgung der Betroffenen wird sich die Gemeinde daher auch mit der Frage einer langfristigen Ersatzunterbringung beschäftigen müssen.
Dabei gilt es, die veränderten Anforderungen an die öffentliche Unterbringung geflüchteter Menschen zu berücksichtigen. Die Kommunen stehen zunehmend vor der Aufgabe, auch ältere, gesundheitlich eingeschränkte oder pflegebedürftige Menschen unterzubringen. Hinzu kommen Personen, die aufgrund von Erkrankungen, Behinderungen oder anderen besonderen Lebensumständen auf eine regelmäßige medizinische Versorgung und geeignete räumliche Bedingungen angewiesen sind.
Ein Ersatzbau kann sich deshalb nicht allein an den bisherigen Unterbringungskapazitäten orientieren. Er muss vielmehr die geltenden baurechtlichen und funktionalen Anforderungen erfüllen und zugleich den unterschiedlichen Bedürfnissen der künftig dort lebenden Menschen gerecht werden. Hierzu gehören insbesondere Fragen der Barrierefreiheit, der Erreichbarkeit und Nutzbarkeit von Sanitär- und Gemeinschaftsbereichen sowie geeignete räumliche Voraussetzungen für Menschen mit erhöhtem Unterstützungs- oder medizinischem Versorgungsbedarf.
„Die Anforderungen an die Unterbringung geflüchteter Menschen verändern sich. Wir müssen uns darauf einstellen, dass unter den Menschen, die den Kommunen zugewiesen werden, zunehmend auch Personen sind, die gesundheitlich besonders verletzlich sind und zusätzliche Unterstützung benötigen. Wenn wir eine neue Unterkunft planen, müssen wir diese Bedürfnisse von Anfang an mitdenken. Es geht nicht nur darum, ein Dach über dem Kopf bereitzustellen, sondern auch darum, eine menschenwürdige und bedarfsgerechte Unterbringung sicherzustellen“, erklärt die Bürgermeisterin.
Welche konkreten baulichen Anforderungen und Unterbringungskapazitäten bei einem Ersatzbau umzusetzen sind, wird im Rahmen der weiteren Planungen zu prüfen sein. Dabei müssen sowohl die rechtlichen Rahmenbedingungen als auch die praktischen Erfahrungen der Gemeinde mit der öffentlichen Unterbringung berücksichtigt werden.
Zusammenhalt ist die Antwort
Für die Gemeinde stehen nun die weitere Versorgung und Begleitung der Betroffenen sowie die Organisation der angebotenen Hilfen im Mittelpunkt.
Die Bürgermeisterin verbindet ihren Dank an alle Beteiligten mit einer klaren Botschaft:
„Dieser Brand hat uns auf erschreckende Weise gezeigt, wie schnell Menschen alles verlieren können. Er hat uns aber auch gezeigt, wie viele Menschen bereit sind, füreinander einzustehen. Genau dieser Zusammenhalt macht unsere Gemeinde aus.“
Anteilnahme vor Ort – Hass und Hetze in Teilen der sozialen Medien
Neben der überwältigenden Hilfsbereitschaft beobachtet die Gemeinde allerdings auch eine besorgniserregende Entwicklung in den sozialen Medien.
Während in den Wentorf betreffenden Online-Gruppen eine große Welle der Anteilnahme, Solidarität und konkreten Hilfsbereitschaft zu erleben ist, finden sich insbesondere in den Kommentarbereichen überregional verbreiteter Medienberichte zahlreiche menschenverachtende und hasserfüllte Äußerungen.
Dabei entsteht nach Einschätzung der Gemeinde ein auffälliger Gegensatz zwischen der unmittelbar erlebbaren Reaktion der Menschen vor Ort und dem Bild, das einzelne Kommentarspalten vermitteln.
Die Gemeinde hat Zweifel daran, dass sämtliche dieser Kommentare tatsächlich von authentischen, unabhängig handelnden Personen stammen. Ob und in welchem Umfang automatisierte oder anderweitig koordinierte Aktivitäten eine Rolle spielen, lässt sich derzeit allerdings nicht verlässlich beurteilen.
„Was wir hier vor Ort erleben, sind Mitgefühl, Solidarität und der aufrichtige Wunsch zu helfen. Das ist die Wirklichkeit, die uns in Wentorf begegnet. Umso erschreckender ist es, wenn unter Berichten über einen Brand, bei dem 31 Menschen ihr Zuhause verloren haben, Hass und Menschenverachtung verbreitet werden. Wir dürfen nicht zulassen, dass solche Kommentare unser Bild vom gesellschaftlichen Miteinander bestimmen“, betont Fabian Harbrecht, Pressesprecher der Gemeinde Wentorf bei Hamburg.
Die Gemeinde appelliert deshalb an alle, den Betroffenen mit Respekt und Menschlichkeit zu begegnen und sich nicht von der Lautstärke einzelner Kommentarspalten über die tatsächliche Stimmung in der Gesellschaft täuschen zu lassen.