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Wentorfer Blühwiesen

Neue Lebensräume für Insekten, Pflanzen und Menschen

In Wentorf wurden sechs blütenbunte Wiesen angelegt. Sie entwickeln sich zu artenreichen Lebensräumen und tragen dazu bei, unsere Gemeinde ökologisch aufzuwerten.

Zwei der Blühwiesen befinden sich auf gemeindlichen Flächen am Wohltorfer Weg und Am Burgberg. Ihre Anlage geht auf einen Beschluss der Gemeindevertretung zurück. Das Klimamanagement der Gemeinde wird die weitere Entwicklung der Flächen begleiten und auf dieser Seite regelmäßig über das Projekt informieren.

Alles Wichtige über Blühwiesen, ihre Bedeutung für die Artenvielfalt und das Wentorfer Projekt finden Sie auf dieser Sonderseite. Die wichtigsten Informationen haben wir außerdem in einem Flyer für Sie zusammengefasst.

Was ist eine Blühwiese?

Eine Blühwiese ist eine Grünfläche mit einer vielfältigen Mischung aus heimischen Wildblumen, Kräutern und Gräsern. Anders als ein regelmäßig gemähter Rasen bietet sie über einen langen Zeitraum Nahrung, Schutz und Lebensraum für zahlreiche Tiere.

Die unterschiedlichen Pflanzenarten blühen zu verschiedenen Zeiten. Dadurch können insbesondere Bienen, Hummeln, Schmetterlinge, Käfer und andere Insekten über viele Wochen hinweg Nahrung finden. Gleichzeitig profitieren auch Vögel und weitere Tierarten von den neu entstehenden Lebensräumen.

Blühwiesen werden meist durch die Aussaat geeigneter Saatmischungen angelegt. Dabei werden bevorzugt heimische Pflanzenarten verwendet, die an die örtlichen Standortbedingungen angepasst sind.

Warum sind Blühwiesen wichtig?

In Schleswig-Holstein leben rund 12.000 verschiedene Insektenarten. Viele von ihnen sind auf blütenreiche Lebensräume angewiesen. Doch geeignete Flächen werden unter anderem durch Versiegelung, intensive Landwirtschaft und den Verlust naturnaher Grünflächen zunehmend seltener.

Blühwiesen können dieser Entwicklung im Kleinen entgegenwirken. Sie schaffen sogenannte Trittsteinbiotope: einzelne naturnahe Flächen, die Insekten und anderen Tieren Nahrung, Rückzugsmöglichkeiten und Wege zwischen verschiedenen Lebensräumen bieten.

Besonders deutlich wird die Bedeutung solcher Flächen am Beispiel der Schmetterlinge: Rund 70 Prozent der heimischen Tagfalterarten gelten als gefährdet oder sind vom Aussterben bedroht.

Was leisten Blühwiesen?

Blühwiesen …

  • bieten Nahrung und Lebensraum für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge, Käfer und viele weitere Insekten,
  • fördern die Vielfalt heimischer Pflanzenarten,
  • schaffen Rückzugsräume für Vögel und andere Tiere,
  • unterstützen die Vernetzung verschiedener Lebensräume,
  • tragen zur ökologischen Aufwertung von Grünflächen bei,
  • benötigen in der Regel weniger Mahd als klassische Rasenflächen,
  • ermöglichen Naturbeobachtungen mitten im Siedlungsraum,
  • machen den Wechsel der Jahreszeiten sichtbar und
  • stärken das Bewusstsein für den Natur- und Artenschutz.

Damit sind Blühwiesen nicht nur ökologisch wertvoll. Sie bereichern auch das Ortsbild und bieten den Menschen die Möglichkeit, Natur unmittelbar vor der eigenen Haustür zu erleben.

Das Blühwiesenprojekt in Wentorf

Sechs neue Wiesen für mehr Artenvielfalt

An verschiedenen Standorten in Wentorf wurden insgesamt sechs neue Blühwiesen angelegt. Das gemeinsame Ziel besteht darin, bislang eher artenarme Grünflächen schrittweise in vielfältige Lebensräume mit heimischen Pflanzen umzuwandeln.

Unterstützt wird das Projekt durch das Verbundprojekt „Blütenbunt-Insektenreich“, die Wohnungsunternehmen Neue Lübecker und Covivio Immobilien sowie das Sanierungsmanagement des Quartiers, das die Umsetzung zum Projektstart koordiniert hat.

Die Flächen werden sich nicht sofort in vollständig entwickelte Blumenwiesen verwandeln. Eine Blühwiese braucht Zeit: Welche Pflanzen sich dauerhaft durchsetzen und wie sich die Fläche entwickelt, hängt unter anderem vom Boden, vom Wetter, von der Pflege und von den vorhandenen Pflanzenarten ab.

Gerade diese Entwicklung macht das Projekt besonders spannend. Von Jahr zu Jahr kann sich das Erscheinungsbild verändern und die Artenvielfalt weiter zunehmen.

Die gemeindlichen Blühwiesen

Zwei der neuen Blühwiesen befinden sich auf Flächen der Gemeinde Wentorf bei Hamburg:

Blühwiese am Wohltorfer Weg

Am Wohltorfer Weg soll sich eine bislang konventionell gepflegte Grünfläche zu einer vielfältigen Wiese mit heimischen Blumen, Kräutern und Gräsern entwickeln. Die Fläche schafft damit einen zusätzlichen Lebensraum für Insekten und trägt zu einer naturnäheren Gestaltung des öffentlichen Raums bei.

Es konnten keine Bilder gefunden werden.

Blühwiese Am Burgberg

Auch Am Burgberg wurde eine gemeindliche Fläche als Blühwiese angelegt. Sie soll die ökologische Vielfalt im Wohnumfeld erhöhen und gleichzeitig die Bedeutung naturnaher Grünflächen sichtbar machen.

Die Anlage dieser beiden Blühwiesen beruht auf einem Beschluss der Gemeindevertretung vom Dezember 2024. Grundlage ist die Vorlage 2024/1.1/206.

Vom Saatgut zur blühenden Wiese

Warum eine Blühwiese Zeit braucht

Eine neu angelegte Blühwiese sieht nicht vom ersten Tag an wie eine dichte, farbenprächtige Blumenwiese aus. Viele heimische Wildpflanzen entwickeln sich langsamer als schnell wachsende Gräser oder andere bereits im Boden vorhandene Pflanzen.

Je nach Standort und Witterung können sich erste deutliche Blühaspekte bereits im ersten Jahr zeigen. Häufig benötigt die Fläche jedoch mehrere Vegetationsperioden, bis sich eine stabile und vielfältige Pflanzengemeinschaft entwickelt hat.

Auch das Erscheinungsbild verändert sich im Jahresverlauf. Nach einer blütenreichen Phase können einzelne Bereiche trockener oder weniger farbenfroh wirken. Das ist Teil der natürlichen Entwicklung und bedeutet nicht automatisch, dass die Fläche ungepflegt ist.

Verblühte Pflanzen und stehen gelassene Stängel erfüllen ebenfalls wichtige Funktionen: Sie liefern Samen für die weitere Entwicklung der Wiese und bieten Insekten Schutz- und Überwinterungsmöglichkeiten.

Eine andere Form der Grünflächenpflege

Blühwiesen werden anders gepflegt als klassische Rasenflächen. Während ein Gebrauchsrasen regelmäßig und kurz gemäht wird, erfolgt die Mahd einer Blühwiese deutlich seltener und orientiert sich stärker an den Entwicklungszyklen der Pflanzen und Tiere.

Das Mahdgut sollte nach Möglichkeit von der Fläche entfernt werden. Dadurch wird verhindert, dass sich zu viele Nährstoffe im Boden anreichern. Viele heimische Wildblumen gedeihen besonders gut auf eher nährstoffarmen Standorten.

Eine Blühwiese ist somit keine sich selbst überlassene Fläche. Sie benötigt eine gezielte, fachgerechte und langfristig angelegte Pflege.

Begleitung durch das Klimamanagement

Das Klimamanagement der Gemeinde Wentorf bei Hamburg begleitet die weitere Entwicklung der beiden gemeindlichen Blühwiesen.

Dabei geht es insbesondere darum,

  • die Entwicklung der Flächen zu beobachten,
  • Erfahrungen mit der Anlage und Pflege zu sammeln,
  • über Veränderungen und Pflegemaßnahmen zu informieren,
  • die Bedeutung der Flächen für den Natur- und Artenschutz zu vermitteln und
  • die Bürgerinnen und Bürger an der Entwicklung des Projekts teilhaben zu lassen.

Auf dieser Seite werden künftig aktuelle Informationen, Bilder und Hinweise zur Entwicklung der Flächen veröffentlicht.

Aktuelles aus dem Projekt


Das Projekt „Blütenbunt-Insektenreich“

Das Verbundprojekt „Blütenbunt-Insektenreich“ unterstützt die Entwicklung artenreicher Wiesen mit heimischen Pflanzen in Schleswig-Holstein. Ziel ist es, bestehende Grünflächen ökologisch aufzuwerten und neue Lebensräume für Insekten zu schaffen.

Durch die Umwandlung einfacher Grünflächen in blütenreiche Wiesen sollen die heimische Artenvielfalt erhalten, Lebensräume miteinander verbunden und praktische Erfahrungen für eine nachhaltige Pflege gesammelt werden.

Was können Sie selbst tun?

Auch kleinere Flächen können einen wertvollen Beitrag zur Artenvielfalt leisten. Im eigenen Garten, auf dem Balkon oder auf gemeinschaftlich genutzten Grundstücken helfen bereits einfache Maßnahmen:

  • heimische und ungefüllte Blühpflanzen auswählen,
  • verschiedene Pflanzen mit unterschiedlichen Blütezeiten kombinieren,
  • auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichten,
  • Bereiche seltener mähen,
  • verblühte Pflanzen über den Winter stehen lassen,
  • offene Bodenstellen und natürliche Rückzugsräume zulassen und
  • Wasserstellen für Insekten und Vögel bereitstellen.

Nicht jede Fläche muss vollständig umgestaltet werden. Schon einzelne naturnahe Bereiche können Insekten Nahrung und Schutz bieten.

Fragen und Antworten

Welche Pflanzen wachsen hier?

Das Saatgut ist an den jeweiligen Boden und Standort angepasst und beinhaltet typische Pflanzenarten norddeutscher Wiesen und berücksichtigt dabei die Bedürfnisse der heimischen Insektenwelt. 

In den Wentorfer Blühwiesen finden sich verschiedenste Wildblumen, von bunten Farbklecksen wie der Kornblume und dem Saat-Mohn über Wiesenblumen wie der wilden Malve, Wiesen-Flockenblume oder Grasnelke bis hin zu altbekannten Arten wie dem Rotklee, Spitz-Wegerich und Wiesen-Schafgarbe. Zusätzlich ergänzen noch einige Gräserarten das Potpourri an Pflanzen.

Wann blühen Blühwiesen?

Bei Blühwiesen ist nach der Aussaat erst einmal Geduld gefragt! Nach der Ansaat keimen die kleinen Pflanzen zwar schon innerhalb von 3-4 Wochen, die meisten der Wildblumen blühen allerdings erst so richtig im zweiten Jahr – dafür dann aber jedes Jahr wieder!

Wer ist für die Plfege verantwortlich?

Die Pflege der Blühwiesen auf Gemeindeflächen liegt in der Verantwortung des Betriebshof. Im Falle der Blühwiesen auf den Flächen der Wohnungsunternehmen, kümmern sich diese um die Bewirtschaftung. In der Regel benötigen Blühwiesen weniger Pflege als andere Grünflächen, weshalb es meist nur zu ein- oder zweimaliger Mahd im Jahr kommt.

Sehen Blühwiesen ungepflegt und unordentlich aus?

Blühwiesen sind bewusst naturnah gestaltet, um ihr volles Potenzial entfalten zu können. Die vielfältige Vegetation bietet Insekten, Vögeln und anderen Tieren wertvollen Lebensraum und blüht prächtig.

Ziehen Blühwiesen gefährliche Insekten an?

Blühwiesen bieten unter anderen Wildbienen, Schmetterlingen und Hummeln Lebensraum und Nahrung. Diese Insekten stechen Menschen sehr selten und nur im Notfall.

Ist eine Blühwiese nur im Sommer schön?

Ein Großteil der hier angepflanzten Vegetation blüht vom Frühling bis in den Herbst hinein. In den ersten Jahren jedoch noch weniger.

Sind Blühwiesen gefährlich für Menschen oder Haustiere?

Die für Blühwiesen ausgewählte Saatmischung umfasst eine Vielzahl von Pflanzen, die nicht alle für den Verzehr geeignet aber in der Regel unbedenklich sind. Der Klappertopf zum Beispiel ist eine Pflanze in Blühwiesen, die leicht giftig für Pferde ist, jedoch kaum Gesundheitsrisiken für Menschen darstellt. Er hat einen bitteren Geschmack, weshalb Weidetiere ihn in der Regel meiden und z.B. Kinder ihn nicht in bedenklicher Menge essen würden.

Gemeinsam für ein blütenbuntes Wentorf

Blühwiesen sind ein sichtbarer Beitrag zum Schutz der biologischen Vielfalt. Sie bieten Insekten und anderen Tieren neue Lebensräume, bereichern das Ortsbild und machen Natur auch innerhalb der bebauten Bereiche erlebbar.

Die neuen Wentorfer Blühwiesen sollen sich in den kommenden Jahren Schritt für Schritt entwickeln. Wir laden Sie ein, diesen Prozess zu beobachten und gemeinsam mit uns zu entdecken, wie sich die Flächen verändern.

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